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Was beim Umschulden mit dem SCHUFA-Eintrag passiert

Fünf Verträge werden erledigt, einer kommt dazu. Was in welcher Reihenfolge gemeldet wird, warum es kurzfristig ungünstig aussehen kann und wann sich das wieder legt.

Eine Umschuldung verändert deine Einträge bei Auskunfteien — aber anders, als die meisten erwarten. Es verschwindet nichts, und es kommt nicht nur etwas dazu. Es passieren mehrere Dinge nacheinander, und dazwischen liegt eine Phase, die auf dem Papier ungünstiger aussieht als deine tatsächliche Lage.

Dieser Beitrag beschreibt nur, was beim Umschulden passiert. Wie Bewertungen grundsätzlich zustande kommen, steht bei unserer Schwesterseite — der Kasten weiter unten führt hin.

Die Reihenfolge der Meldungen

1. Die Anfrage. Wird ein Angebot eingeholt, geschieht das als Konditionenanfrage. Sie wird gesondert gekennzeichnet, verändert die Bewertung nicht und ist für andere Banken nicht sichtbar.

2. Der neue Vertrag. Kommt der Umschuldungskredit zustande, meldet der Kreditgeber ihn. Ab diesem Moment steht ein neues Darlehen in deinen Daten — mit dem vollen Betrag, weil noch nichts getilgt ist.

3. Die Ablösungen. Die alten Verträge werden bezahlt und von den jeweiligen Gläubigern als erledigt gemeldet. Das passiert nicht am selben Tag. Je nach Gläubiger dauert es Tage bis mehrere Wochen.

Zwischen Schritt 2 und dem Abschluss von Schritt 3 liegt eine Lücke. In dieser Zeit steht in deinen Daten der neue Kredit zusätzlich zu den alten. Auf dem Papier sieht es aus, als hättest du deine Verschuldung gerade verdoppelt.

Was diese Lücke praktisch bedeutet

Für die meisten: nichts. Sie fällt nur auf, wenn in genau diesem Zeitfenster jemand deine Daten abfragt — also wenn du parallel einen Handyvertrag abschließt, eine Wohnung anmietest oder einen weiteren Kredit beantragst.

Der einfache Rat lautet deshalb: Leg andere Anträge in diese Wochen nicht. Warte, bis die Ablösungen durch sind, und prüfe danach, ob alle alten Verträge auch tatsächlich als erledigt gemeldet wurden.

Erledigt heißt nicht gelöscht

Ein abgelöster Kredit verschwindet nicht. Er wird als vertragsgemäß beendet gekennzeichnet und bleibt gespeichert — nach den Verhaltensregeln der Wirtschaftsauskunfteien taggenau drei Jahre ab der Erledigung, nicht erst gerechnet ab dem Ende des Kalenderjahres.

Das ist keine schlechte Nachricht. Ein Kredit, der ordentlich zurückgezahlt wurde, ist ein positiver Datenpunkt. Problematisch sind Einträge über Zahlungsstörungen — und die verschwinden durch eine Umschuldung ebenfalls nicht. Wer hofft, mit einem neuen Vertrag alte Negativeinträge loszuwerden, irrt.

Eine Ausnahme lohnt die Mühe: Wird eine eingemeldete Forderung binnen 100 Tagen nach der Einmeldung ausgeglichen, endet die Speicherung schon nach 18 Monaten statt nach drei Jahren — sofern in der Zwischenzeit keine weiteren Negativdaten dazukommen. Wenn also noch eine offene Forderung im Raum steht, ist Schnelligkeit hier wörtlich anderthalb Jahre wert.

Warum die Bewertung kurzfristig sinken kann

Bewertungsverfahren sind nicht offengelegt, und niemand kann seriös vorhersagen, was ein einzelner Vorgang bei dir bewirkt. Was sich allgemein sagen lässt:

  • Ein neu abgeschlossener Kredit ist ein junger Vertrag ohne Zahlungshistorie
  • Die vorübergehende Doppelzählung erhöht die ausgewiesene Gesamtverschuldung
  • Beides normalisiert sich, sobald die Ablösungen gemeldet und die ersten Raten gezahlt sind

Mittelfristig spricht einiges dafür, dass ein einzelner, planmäßig bedienter Kredit günstiger dasteht als fünf parallele Verbindlichkeiten mit einem Dispo darunter. Belegen lässt sich das nicht, weil die Verfahren nicht öffentlich sind — wer dir eine konkrete Punktzahl verspricht, rät.

Was du selbst tun kannst

Hol dir deine Datenkopie. Nach Art. 15 Abs. 3 DSGVO ist die erste Kopie der zu dir gespeicherten Daten kostenlos — und zwar ohne Begrenzung auf eine Auskunft pro Jahr. Diese Jahresgrenze stand im alten § 34 BDSG und ist mit der DSGVO entfallen; für weitere Kopien darf ein angemessenes Entgelt verlangt werden, bei offenkundig exzessiven Anträgen mehr (Art. 12 Abs. 5 DSGVO). Mach das vor der Umschuldung — dann weißt du, was drinsteht — und noch einmal etwa zwei Monate danach, um zu prüfen, ob alle Ablösungen angekommen sind.

Verlange Korrektur, wenn ein abgelöster Vertrag noch offen steht. Das kommt vor, und es wird nur korrigiert, wenn jemand es merkt. Wende dich zuerst an den Gläubiger, der die Meldung veranlasst hat.

Erwarte keine Löschung durch die Umschuldung. Sie sortiert deine Schulden neu. Sie löscht keine Vergangenheit.

Quellen

  • § 31 BDSG — Verwendung von Wahrscheinlichkeitswerten (Scoring) — gesetze-im-internet.de/bdsg_2018/__31.html
  • Art. 15 Abs. 3 DSGVO — erste Kopie unentgeltlich, keine Beschränkung auf eine Auskunft je Jahr — dsgvo-gesetz.de/art-15-dsgvo
  • Art. 12 Abs. 5 DSGVO — Entgelt nur bei offenkundig unbegründeten oder exzessiven Anträgen — dsgvo-gesetz.de/art-12-dsgvo
  • Verhaltensregeln des Verbands „Die Wirtschaftsauskunfteien e. V.“, Fassung vom 25.05.2024 — störungsfreie Verträge und Konten drei Jahre nach Erledigung; ausgeglichene Forderungen 18 Monate, wenn der Ausgleich binnen 100 Tagen nach Einmeldung erfolgte — die-wirtschaftsauskunfteien.de, Code of Conduct
  • EuGH, Urteil vom 07.12.2023, C-634/21 (SCHUFA Scoring) — curia.europa.eu, Rechtssache C-634/21
  • BGH, Urteil vom 18.12.2025, I ZR 97/25 — dreijährige Speicherung erledigter Zahlungsstörungen grundsätzlich zulässig, aber Einzelfallabwägung erforderlich — Bundesgerichtshof, I. Zivilsenat

Wie wir rechnen, welche Annahmen wir treffen und wo unsere Zahlen an ihre Grenzen kommen, steht offen auf So rechnet Libre-Kredit.

Stand: 25. September 2026 · MyWage GmbH