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Kreditkarten-Teilzahlung ablösen

Die Mindestrate sinkt mit dem Saldo — deshalb wird man nie fertig. 2.200 € zu 18,9 % dauern so 114 Monate und kosten 1.819 € Zinsen. Was eine Ablösung daran ändert.

Die Teilzahlungsfunktion einer Kreditkarte — je nach Anbieter „Revolving”, „Ratenzahlung” oder „flexible Rückzahlung” — ist ein Verbraucherdarlehen ohne Enddatum. Und sie ist so konstruiert, dass die Rückzahlung sich selbst bremst.

Warum die Mindestrate das Problem ist, nicht der Zins

Bei einem Ratenkredit zahlst du jeden Monat denselben Betrag. Der Zinsanteil sinkt, der Tilgungsanteil steigt, und das Ende steht von Anfang an fest.

Bei der Teilzahlung wird die Mindestrate als Prozentsatz des jeweils offenen Saldos berechnet, meist mit einem Mindestbetrag in Euro. Sinkt der Saldo, sinkt die Rate. Damit sinkt auch die Tilgung — und die Schuld nähert sich der Null immer langsamer.

Der Rechner dieser Seite unterstellt für Kreditkarten 18,9 % p. a. Für das folgende Beispiel kommt eine typische Mindestrate von 3 % des Saldos, mindestens 25 € dazu. Beides sind Annahmen; deine Zahlen stehen in deiner Abrechnung. Rechne mit deinen eigenen nach.

2.200 € auf drei Wegen

WegDauerZinsen insgesamt
Mindestrate 3 % (erste Rate 67,04 €)114 Monate1.819,16 €
67,04 € konstant weiterzahlen47 Monate920,80 €
Ablösung, 72 Monate zu 15,62 %72 Monate1.202,72 €

Die erste Zeile ist der Weg, den die Karte vorschlägt: neun Jahre und sieben Monate, und am Ende hast du fast so viel Zinsen gezahlt, wie die Schuld ursprünglich groß war.

Die zweite Zeile ist derselbe Betrag im ersten Monat — 67,04 €, keinen Cent mehr. Nur eben jeden Monat gleich hoch statt fallend. Das verkürzt die Rückzahlung von 114 auf 47 Monate und halbiert die Zinsen. Das ist kein Trick, sondern der ganze Unterschied zwischen einer Teilzahlung und einem Ratenkredit.

Die dritte Zeile ist die Ablösung über 72 Monate: 47,26 € im Monat. Die Rate ist um rund 20 € niedriger als die erste Mindestrate, die Zinsen liegen 616 € unter dem Mindestraten-Pfad.

Die ehrliche Reihenfolge

Vergleicht man Zeile zwei und Zeile drei, ist die Ablösung 282 € teurer. Wenn du 67 € im Monat konstant aufbringen kannst, ist der einfachste und billigste Weg, genau das zu tun: die Rate manuell festsetzen oder monatlich einen festen Betrag überweisen. Die meisten Anbieter erlauben das.

Eine Ablösung lohnt sich dann, wenn eine dieser Bedingungen erfüllt ist:

  • Du kannst die konstante Rate nicht aufbringen, und die fallende Mindestrate ist deshalb keine Alternative, sondern der Normalfall
  • Die Karte ist Teil eines größeren Bündels, das ohnehin zusammengelegt wird — dann ist der Vergleich nicht Karte gegen Kredit, sondern fünf Termine gegen einen
  • Du weißt aus Erfahrung, dass der Saldo immer wieder wächst, sobald er sinkt

Der letzte Punkt ist der entscheidende und der am schwersten zuzugebende. Eine Teilzahlungskarte tilgt sich nicht nur langsam — sie bleibt während der ganzen Zeit verfügbar. Jeder Einkauf setzt die Rechnung zurück.

Wenn du ablöst: den Rahmen schließen

Nach § 500 Abs. 1 BGB kannst du einen Verbraucherdarlehensvertrag, für den keine Rückzahlungszeit vereinbart ist, jederzeit kündigen. Eine vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist von mehr als einem Monat ist unwirksam. Das gilt für die Teilzahlungsvereinbarung ebenso wie für den Kreditrahmen der Karte.

Praktisch heißt das: Du kannst die Teilzahlungsfunktion abschalten und die Karte auf sofortige Vollabbuchung umstellen, ohne die Karte selbst aufzugeben. Wer dagegen nur ablöst und die Funktion aktiv lässt, hat nach einem Jahr erfahrungsgemäß beides.

Zwei Kostenpunkte, die oft übersehen werden

Vorfälligkeitsentschädigung. Bei einem Vertrag ohne feste Laufzeit fällt in der Regel keine an; § 502 BGB knüpft sie an eine Sollzinsbindung. Lass dir die Ablösesumme trotzdem schriftlich bestätigen, bevor überwiesen wird.

Der Sollzins ist veränderlich. Der Anbieter kann den Zinssatz der Teilzahlung nach den vereinbarten Bedingungen anpassen. Ein Vergleich, der auf dem heutigen Satz beruht, gilt deshalb nur für heute.

Das ist allerdings kein Punkt, der automatisch für den Ratenkredit spricht: Auch ein Ratenkredit kann einen veränderlichen Sollzins haben — unser eigener hat einen. Entscheidend ist nicht die Produktart, sondern eine einzige Zeile in den Pflichtangaben: ob der Sollzinssatz gebunden ist und für welchen Zeitraum. Steht dort „anfänglich” oder „veränderlich”, ist er es nicht. Vergleiche also die Zinsbindung, nicht das Etikett.

Rechner

Wie lange zahlst du wirklich?

Trag ein, was in deiner Kreditkartenabrechnung steht. Der Rechner zeigt dieselben drei Wege wie die Tabelle oben — mit deinen Zahlen.

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Trag deine Zahlen ein, dann steht hier, wie lange die Mindestrate braucht.

WegErste RateDauerZinsen
Mindestrate, fallend ———
Dieselbe Rate, konstant ———
Ablösung über 72 Monate ———

Gerechnet wird in deinem Browser; die Zahlen werden nicht übertragen. Für die Ablösung wird der Sollzinssatz dieses Angebots angesetzt (15,62 % anfänglich) — ob du ihn bekommst, entscheidet die Kreditwürdigkeitsprüfung. Die Mindestrate wird als Prozentsatz des um die Monatszinsen erhöhten Saldos gerechnet; Anbieter handhaben das unterschiedlich, maßgeblich ist deine Abrechnung. Zeile zwei kostet im ersten Monat keinen Cent mehr als Zeile eins.

Quellen

  • § 491 BGB — Verbraucherdarlehensvertrag — gesetze-im-internet.de/bgb/__491.html
  • § 500 Abs. 1 BGB — Kündigungsrecht bei unbefristeten Verträgen, Kündigungsfrist höchstens ein Monat — gesetze-im-internet.de/bgb/__500.html
  • § 502 BGB — Vorfälligkeitsentschädigung — gesetze-im-internet.de/bgb/__502.html
  • Alle Beträge dieses Beitrags nachgerechnet in tests/artikel-zahlen.spec.ts — Repository librekredit_website, Stand 10.09.2026

Wie wir rechnen, welche Annahmen wir treffen und wo unsere Zahlen an ihre Grenzen kommen, steht offen auf So rechnet Libre-Kredit.

Stand: 10. September 2026 · MyWage GmbH